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datum

technik

sprache

   

Interaktive Videoinstallation

06/03 - 07/03

PC, Webcam, Rückprojektionsleinwand, Datenbeamer.

Lingo

       
entstehung    
Kunsthochschule für Medien, Köln.
SS 2003. Betreuung: Hans-Joachim Popp, Ursula Damm.

Vordiplom

 
beschreibung    

"gol_filter.dir" ist ein System zur Echtzeitvideofilterung, dessen logische Verarbeitungsgrundlage ein zweidimensionaler zellularer Automat nach dem Muster des 1970 von John Conway entdeckten "Game Of Life" darstellt. Das mit einer WebCam aufgenommene Bild wird vor dem Projektionsvorgang in Echtzeit modifiziert. Der Betrachter kann so mittels Bewegungen Lokalität und Aktivität des Filtervorgangs beeinflussen.

    
aufbau    

Vor einer Rückprojektionsleinwand steht eine WebCam, deren Videostream in einem Rechner verarbeitet wird. Das Ergebnis wird ähnlich einem Spiegelbild auf die Projektionswand geworfen. Die Projektionswand hat in etwa Körpergrösse, um den Betrachter in Lebensgrösse widerspiegeln zu können.

    
logik     Vorgang1: Videostream
Das Kamerabild wird permanent eingelesen und mit minimaler Deckung und leicht abgedunkelt über den Bildschirminhalt gelegt. Dabei wird ein zufälliger Skalierungswert verwendet, so dass sich nach wenigen Sekunden ein abgedunkeltes, unscharfes Abbild der Umgebung bildet.

Vorgang2: Zellularer Automat
Über diesen Vorgang werden „Zellen“ gezeichnet, die das aktuelle Kamerabild ungefiltert, aber nur ausschnittsweise enthalten: das Kamerabild ist in Blöcke von 12x12 Pixeln Grösse unterteilt.
Wo Zellen gesetzt, gelöscht, oder erhalten werden, folgt einfachen Nachbarschaftsregeln, die – unabhängig vom Kamerabild - in einer logischen Matrix etwa 15x je Sekunde und für jede Zelle einzeln angewandt werden. Abhängig von der Anzahl der Nachbarn einer Zelle haben die Regeln die einfache Form:

  • Löschen wenn die Zelle weniger als 2 oder mehr als 3 Nachbarn hat
  • Erhalten oder Setzen, wenn die Zelle 2 oder 3 Nachbarn hat

Aus diesen einfachen mathematischen Regeln ergibt sich eine organisch anmutende und stets transformierende Form.
Kombiniert mit Vorgang1 folgt daraus ein Spiegelbild, das an manchen Stellen unscharf und dunkel ist, an anderen wiederum in natürlicher Helligkeit und scharf erscheint. Letztgenannter Zustand ist aber lokal stets nur von kurzer Dauer, da der Inhalt der Zellen durch die Anwendung der Regeln ständigen Wandlungen unterliegt.
Wird eine Zelle über mehrere Prozesse hin nicht aktualisiert, so wird sie zunehmend von Vorgang1 überdeckt und verschwimmt so langsam im Dunkeln. Wird der zellulare Automat über längere Zeit nicht angeregt, so gilt dies – mit Ausnahme weniger oszillierender Strukturen, die regelbedingt entstehen können – für das gesamte Bild.
Nur der Inhalt der aktiven Zellen wird mit dem aktuellen Kamerabild gefüllt. Die Gesamtprojektion zeigt daher ein deutliches Raster, das an manchen Stellen hell ist und dessen Zellen innere Bewegung aufweisen da ihr Inhalt dem aktuellen Kamerabild entspricht, während andere erstarrt in dunkle Unschärfe zurücktreten. Die Projektion verbindet so unterschiedliche Zeitebenen in einem Bild.

Vorgang3: Interface
Mit einem Differenzfilter werden stets die Helligkeitsveränderungen des vearbeiteten Bildes überprüft. Bewegt sich der Betrachter, so werden an den lokalisierten Differenzpositionen aktive Zellen in die logische Matrix eingefügt. Der Betrachter hat so die Möglichkeit, durch seine Aktionen den Automaten wieder anzuregen. Er kann den zellularen Automaten in Bewegung versetzen oder auch einen bereits laufenden Zellprozess überlagern.

 
bilder    

 
video    

 

 

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